10 Fakten zu „Made in Africa“ – von fairafric

  • 19 Juni 2020
  • Gastbeitrag
  • Fairtrade

„Made in Africa“. Ein Satz, welcher in der nahen Zukunft als Statement etabliert werden soll. Ein großes Ziel des Kontinents lautet, seine Wertschöpfung – das heißt, durch produktive Arbeit Rohstoffe in wertvollere Güter zu verwandeln – in den eigenen Ländern zu halten. Damit diese Zielsetzung erfüllt werden kann, ist ein fairer Handel wichtig – auf Augenhöhe! Nur so kann die Wirtschaft der Ursprungsländer vorangetrieben werden. Es reicht also nicht aus, Prämien für Rohstoffe zu zahlen oder Subventionen in den Ländern zu integrieren. Es ist notwendig und höchste Zeit, durch die Verlagerung der Wertschöpfungsketten eine bessere Wirtschaft in den Ländern des Globalen Südens aufzubauen. So kann „Made in Africa“ das werden, was es sich erhofft: Ein Statement für wirklich fairen Handel.

Hier kommen 10 Fakten rund um das Thema.

1. Über 70% des weltweit angebauten Kakaos stammen aus Westafrika, allerdings wird nur weniger als 1% der Schokolade dort produziert

Kakao ist neben Gold und Erdöl das wichtigste Exportgut Ghanas. Doch Länder wie Ghana, die Elfenbeinküste und Nigeria verkaufen ihre Kakaobohnen leider meist unverarbeitet ins Ausland, ohne sie selbst zu verwerten. Durch den reinen Export der Rohstoffe werden neokoloniale Strukturen aufrechterhalten und die lokale Wirtschaft kann nicht aufblühen. Dies liegt daran, dass der Weiterverarbeitungsprozess – welcher das meiste Geld erwirtschaftet – außerhalb des Ursprungslandes vollzogen wird.

2. Es gibt immer mehr Unternehmen, welche die Wertschöpfung im Ursprungsland halten

Unternehmen wie fairafric gestalten ihr Business-Modell so, dass die Rohstoffe im Ursprungsland wie z.B Ghana verarbeitet werden. So wird im genannten Beispiel die Schokolade vor Ort produziert, anstatt wie sonst üblich den Kakao nach Europa zu exportieren. Dadurch entstehen „Made in Africa“ Produkte und das volle Potential kann ausgeschöpft werden. Dies lässt unter anderem qualitativ hochwertige Jobs entstehen. Der Impact: Eine Vervierfachung des lokalen Einkommens in Vergleich zur üblichen Schokoladenproduktion, bei der Kakaobohnen nur exportiert werden und das große Geld in Europa gemacht wird. Auch in Ghana selbst findet ein Umdenken statt. Unternehmen wie ´57 Chocolates und Niche Chocolate, welche Schokolade für den lokalen afrikanischen Markt machen, sind im Kommen. Gründe dafür sind unter anderem die wachsende Mittelklasse und die Rückkehr vieler Ghanaer*innen aus dem Ausland.

3. Fairtrade und Prämienauszahlung bedeutet nicht gleich Wertschöpfung

Für viele Menschen steht Fairtrade für das Synonym, mit dem Kauf etwas Gutes zu tun. Doch nur die Wenigsten wissen: Fairtrade und Wertschöpfung sind zwei völlig verschiedene paar Schuhe. Denn Fairtrade und die damit verbundenen Prämienzahlungen erhöhen zwar den Wert des Kakaos, doch nachhaltige Arbeitsplätze und lokale Weiterverarbeitungsmöglichkeiten – welche die Wertschöpfung erhöhen – werden nicht unterstützt. Auch auf das Einkommen der Farmer*innen hat Fairtrade keine Auswirkungen. So wird leider nur die Wertschöpfung außerhalb des Ursprungslandes erhöht. Was die aktuellen, ausbeuterischen Strukturen leider bestärkt. Ein Unternehmen, welches zeigt, dass es auch anders gehen kann, ist fairafric: Neben den höchsten Prämienauszahlungen pro Tonne Kakao in ganz Afrika, wird auch vor Ort in Ghana produziert und so Arbeitsplätze geschaffen. Dies erhöht die Wertschöpfung im Ursprungsland deutlich!

4. Es gibt seit Ende 2019 das erste komplette „Made in Africa“ Smartphone

Das Unternehmen Mara Group in Ruanda hat große Ambitionen. So hofft es, Ruanda zu einem regionalen Technologiezentrum machen zu können, und ist diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen. Denn im September 2019 hat Mara zwei Smartphones auf den Markt gebracht, die ausschließlich in Afrika hergestellt wurden.

Das erste Smartphone, bei welchem alle Komponenten aus Afrika stammen. Foto: winfuture.de

5. Die Landwirtschaft Westafrikas hat noch nicht die Kapazitäten, um Baumwolle selbst zu verwerten

70% der geernteten Baumwolle wird unbearbeitet nach China exportiert – zu günstigen Preisen. Es fehlt (noch) an Strukturen und finanziellen Mitteln, um die Wertschöpfung im eigenen Land voranzutreiben. Ein Beispiel was Hoffnung macht: Die Designerin Lisa Folawiyo bringt über das gleichnamige Label Kleidung auf den Markt, welche aus afrikanischer Baumwolle produziert wird.

6. Immer mehr Regierungen unterstützen „Made in Africa“-Bemühungen

In der Elfenbeinküste zum Beispiel will die Regierung durch unterstützende Maßnahmen die Weiterverarbeitung der Baumwolle von 27% auf bis zu 50% ausbauen.

Hier zu sehen: Baumwolle bevor sie geerntet wurde.

7. Durch bewusste Kaufentscheidungen kann dem Trend der Preisunterbietung die Stirn geboten werden

Die Bemühungen einiger afrikanischer Länder, hochwertigere Güter zu produzieren, werden durch günstigere Anbieter*innen gebremst. So haben z.B Indonesien und Malaysia Teile des Marktanteils der Elfenbeinküste übernommen. Einige Unternehmen konnten nur dank staatlicher Subventionen weiter existieren. Man kann dem Entgegenwirken, indem man sich bewusst dafür entscheidet, Produkte zu kaufen, welche eben nicht am unteren Ende der Preisregion liegen. So werden Anbieter*innen belohnt, welche ihr Produkt lokal weiterverarbeiten.

8. Es gibt seit 2019 ein Abkommen, welches die Handelsbeziehungen zwischen afrikanischen Ländern unterstützt

Im Mai 2019 wurde das „African Continental Free Trade Agreement“ verabschiedet. Dies sieht vor, mehr als 90% der interkontinentalen Zollgebühren abzuschaffen. Gerade die Textilbranche erhofft sich hierdurch einen enormen Zuwachs, da die Hersteller dann auf interkontinentale Zulieferer zurückgreifen können. So wird vermieden, dass benötigte Waren zur Verarbeitung von außerhalb importiert werden müssen.

 

9. Im Jahr 2040 werden die Länder des afrikanischen Kontinents mehr Arbeitnehmer*innen haben als Indien und China zusammen

Dies wird zwangsläufig zu mehr „Made in Africa“ Produkten führen. Gerade die aktuell entstehende Aufbruchsstimmung in der Bevölkerung sorgt dafür, dass unter anderem schon jetzt viele Start-Ups in Afrika gegründet werden. Vor allem im Tech-Bereich, hat Afrika längst nicht nur das Silicon Valley auf sich aufmerksam gemacht.

10. Der Aufbau von Produktionsstätten könnte ganz neue Möglichkeiten schaffen

Viele afrikanische Länder haben zwar den Anbau von z.B Cashews oder Kakaobohnen kontinuierlich vorangetrieben, jedoch wurde der Ausbau von Produktionsstätten -welche diese Rohstoffe dann verarbeiten- leider vernachlässigt. Dies führt zu mangelhaften Kapazitäten, wodurch die Länder wichtige Einnahmequellen verlieren. Was man dagegen tun kann? Das deutsch-ghanaische Social Business fairafric zum Beispiel baut aktuell mit Hilfe einer Kickstarter-Kampagne (cutt.ly/OyGhirW) eine Produktionsstätte in Ghana. Dadurch wird die lokale Weiterverarbeitung gewährleistet.

Es lässt sich also zusammenfassend sagen, dass „Made in Africa“ zwar im Kommen ist, es jedoch noch eine Unmenge an nicht ausgeschöpften Potential gibt. Die Wertschöpfung ist das fehlende Puzzleteil zu wirklich fairem Handel auf Augenhöhe. Diese Wertschöpfung im Ursprungsland der Rohstoffe zu halten, ist der erste, notwendige Schritt in die richtige Richtung.

 

 

Über unsere Gastautor*innen fairafric

 

Fairafric bringt Euch Weltklasse Schokolade und steigert gleichzeitig den Anteil Afrikas an der Wertschöpfung in der Schokoladenindustrie. Durch die Verlagerung der Produktion nach Ghana entfalten sie eine enorme soziale Wirkung im Vergleich mit dem reinen Export der Bohnen.

Mit jedem Kauf von fairafric helft Ihr dabei, qualifizierte Arbeitsplätze in Afrika zu schaffen, die wiederum zu höherem Einkommen, besseren Zugang zu höherer Bildung und Gesundheitsvorsorge führen. Keine Entwicklungshilfe, sondern eine echte Chance.

Mit Eurer Unterstützung möchte fairafric eine hochmoderne solarbetriebene Schokoladenfabrik in Suhum bauen! Sie brauchen Eure Hilfe um den Bau abzuschließen, die ersten Löhne zu sichern und die Produktion zu starten!

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