Wie foodsharing Lebensmittel rettet – von foodsharing Leipzig

  • 03 Juli 2020
  • Regionale Bio-Vielfalt
  • Gesundheit & Ernährung
  • Gastbeitrag

Was ist foodsharing?

Die Initiative foodsharing gibt es im deutschsprachigen Bereich/Raum schon seit vielen Jahren und ist mittlerweile vielen Menschen ein Begriff. Auch in Leipzig sind seit 2013 sogenannte Foodsaver aktiv dabei, Lebensmittel vor der Tonne zu bewahren. Denn darum geht es bei foodsharing – Lebensmittel, die nicht mehr gewollt oder verkauft werden, weiter zu nutzen, um so aktiv gegen die Lebensmittelverschwendung anzukämpfen. Allein in Deutschland werden jährlich etwa 11 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet. Der größte Anteil davon in privaten Haushalten.

In Leipzig haben die über 700 registrierten Foodsaver bislang mehr als 270 Tonnen Lebensmittel retten können, bei 64 Kooperationen und gut 30.000 Rettungseinsätzen (Stand Juni 2020). Dabei sind wir zu Organisationen, wie der Tafel, keine Konkurrenz, sondern eher eine Ergänzung. Denn auch kleine Mengen, wie beispielsweise von regionalen Bäckereien, Cafés und Restaurants, können durch foodsharing gerettet werden.

Wie funktioniert foodsharing?

Die geretteten Lebensmittel können auf unterschiedliche Arten weiterverteilt werden. Zum einen dienen sie der eigenen Nutzung oder Weitergabe an Freunde oder Bekannte. Zum anderen werden sie aber auch über sogenannte Essenskörbe an Mitglieder, die auf foodsharing.de registriert sind, weitergegeben. Essenskörbe sind digitale, kostenfreie Angebote geretteter oder überschüssiger Lebensmittel, die einfach ohne Gegenleistung bei den Anbietenden abgeholt werden können. Noch einfacher funktionieren Fairteiler. Das sind fest installierte Regale oder Boxen in der Stadt, die von allen Menschen genutzt werden können. Nicht kühlplichtige und noch genießbare Lebensmittel können dort reingelegt werden, die andere Menschen dann einfach mitnehmen dürfen. Dafür muss auch nichts eingetauscht werden. In Leipzig gibt es aktuell 10 solcher Fairteiler über die ganze Stadt verteilt. Diese und die angebotenen Essenskörbe sind hier einsehbar.

Wertschätzung und das berühmte Mindesthalbarkeitsdatum

Ein wichtiger Aspekt von foodsharing ist es auch, Menschen die Wertschätzung von Lebensmitteln wieder näher zu bringen. Denn viele Abfälle im Haushalt wären vermeidbar, wenn man sich aktiv mit der Problematik der Lebensmittelverschwendung auseinandersetzen würde. So steht beispielsweise das Mindesthalbarkeitsdatum (MHD) nur für die Garantie des Herstellers, dass das Produkt bis zum angegebenen Zeitpunkt die versprochene Qualität, Farbe und den ursprünglichen Geschmack aufweist. Die allermeisten Lebensmittel sind jedoch auch noch einige Zeit danach genießbar und besonders Trockenprodukte wie Nudeln, Tee und Gewürze noch viele Jahre mehr. Auf seine Sinne zu vertrauen ist dabei essentiell! Lediglich das Verbrauchsdatum, das meist auf kühlpflichtigem rohem Fleisch oder zubereiteten Speisen, wie abgepackten Salaten, zu finden ist, sollte eingehalten werden.

Wer sich aktiv bei foodsharing engagieren möchte, kann sich ganz einfach auf foodsharing.de kostenlos anmelden. Um selbst Lebensmittel retten zu können, muss man sich vorher mit den allgemeinen Regeln und Verhaltensweisen vertraut zu machen und dazu ein kurzes Quiz absolvieren. Danach wird man bei den ersten Abholungen von einem erfahrenen Foodsaver begleitet, um alle Fragen zu klären. Bist du dabei?

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